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Gesundheits­versorgung für Sicherheits­aufgaben vorbereiten

Angesichts der Überlegungen für die wachsenden Sicherheitsaufgaben Deutschlands ein Sondervermögen für Verteidigungsausgaben einzurichten, erwarten die Universitätsklinika und die BG Kliniken eine gezielte Stärkung der Gesundheitsversorgung für den Verteidigungsfall.

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27.02.2025

Pressekontakt

Eike Jeske

Bereichsleiter Unternehmens­kommunikation und Marketing
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Universitätsklinika und BG Kliniken sind neben Bundeswehr­krankenhäusern im Falle militärischer Konfliktlagen zentral für die Versorgung von Verwundeten und der Bevölkerung. Sie tragen besondere Verantwortung und müssen für den Aufbau der notwendigen Versorgungs­infra­strukturen bei dem Sondervermögen für Verteidigungs­ausgaben berücksichtigt werden.

In Anbetracht der dynamischen außenpolitischen Veränderungen und gestiegenen Bedrohungslage gilt es zu bedenken, dass auch das Gesundheitswesen in Deutschland für den Verteidigungsfall vorbereitet sein muss. Die Resilienz unseres Gesundheitswesens muss angesichts der aktuellen Herausforderungen gestärkt werden. Krankenhäuser, die von der öffentlichen Hand getragen werden, stehen dabei besonders im Fokus und tragen eine besondere Verantwortung.

Bereits heute werden Schwerstverwundete aus der Ukraine in Deutschland behandelt. Denn Operationen unter Kriegs­bedingungen sind schwierig, die Kriegs­verletzungen erfordern viel Wissen und Können. Kriegsbedingte Verletzungen an Gefäßen und Gliedmaßen gerade in Verbindung mit multi­resistenten Keimen erfordern eine hohe Expertise. Das zeigen die derzeitigen Erfahrungen. Dazu sind neben den Bundeswehr­krankenhäusern in erster Linie die Universitäts­klinika und BG Kliniken in der Lage.

Der Ukrainekrieg stellt eine neue und immer akuter werdende Herausforderung an die solidarische Hilfsgemeinschaft dar. Ein mögliches Szenario sieht für den Konfliktfall an der NATO-Ostflanke vor, dass 1.000 Verletzte pro Tag versorgt werden müssten. Deutschland könnte zur Drehscheibe hinsichtlich der Versorgungs­strukturen von Alliierten werden. Da solche Szenarien nicht zur bisherigen Planung gehören, ist eine Berücksichtigung der Gesundheitsversorgung in der aktuellen Debatte um das Sondervermögen für Verteidigungs­ausgaben erforderlich.

„Das deutsche Gesundheitswesen muss sich auf einige Herausforderungen einstellen, wenn es auf Bedrohungen wie kriegerische Auseinandersetzungen und Versorgung von Schwerst­verletzten auch hierzulande vorbereitet sein will. Zur Vorbereitung gehören beispielsweise die Ausweitung und adäquate Ausstattung von Intensiv- und OP-Kapazitäten, für Schwer­brand­verletzte, zusätzliche Isolierstationen oder Telemedizin, um über Distanzen hinweg versorgen zu können. Universitäts­klinika sind hoch spezialisiert. Investitionen in Sicherheit heißt auch, funktionierende, abwehrbereite Versorgungs­infrastrukturen für den Krisenfall bereitzuhalten. Verteidigungs­fähigkeit bedeutet auch, dass Verletzte bestmöglich versorgt werden können.”, betont Prof. Jens Scholz, 1. Vorsitzender des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands (VUD).

„Um sich für einen Bündnisfall zu wappnen, benötigen wir belastbare Netzwerke für die Zusammenarbeit zwischen den Bundeswehrkliniken, den BG Kliniken und den Universitätsklinika. Das bedeutet, dass in Deutschland Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, in denen ausreichend Kapazität in kurzer Zeit zur Verfügung stehen kann. Öffentlich getragene Krankenhäuser übernehmen dabei eine besondere Verantwortung und müssen hierfür mit ausreichenden Mitteln aus dem Sondervermögen unterstützt werden. Dazu bietet sich jetzt die Möglichkeit“, sagt Reinhard Nieper, Vorsitzender der Geschäftsführung der BG Kliniken – Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung.

Pressekontakt:
Verband der Universitätsklinika Deutschlands
Barbara Ogrinz
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BG Kliniken – Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung 
Eike Jeske
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